Ein Auszug: "All die Macher im sog. Casual Dining, im Street Food Bereich, kommen aus verschiedenen Richtungen. Unter ihnen sind viele
Quereinsteiger mit buntem Lebenslauf. Auch zahlreiche Kochprofis mit Sternerfahrung, die ihre Kochrolle heute ganz neu definieren. Alle nennen sich selbst nie “Koch”. Weil es für sie
eine einengende Rollenbenennung bedeutet. Sie sehen sich und Ihresgleichen als Menschen und sprechen dies auch so an. Sie sind eher Gastgeber und arbeiten mit derselben Qualitäts-Haltung wie
bisher. Jedoch befreit von herkömmlichem Küchenstress und Sternekarussell. Sie kaufen wie bisher auf hohem Niveau ein, kalkulieren geschickt und geben einfach Bestes aus auf
Bordsteinkanten-Niveau. Motto: Qualität für alle!"
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Ein weiterer Auszug: "Koche doch Deine eigene Suppe – nach Deinem eigenen Rezept – Aus dem Kapitel "Beruf
und Berufung":
"Ein großer Teil angestellter Menschen schleppt sich zur Arbeit, der Anteil jener, die innerliche längst gekündigt haben, ist enorm. Sie tun Job nach Uhr, „Job searching for Feierabend, searching
for Weekend". Ist das normal? Traurig, oder? Solche Mitarbeiter möchte ich nicht „beschäftigen“.
Viele Menschen, die merken, dass es so für sie nicht weiter geht, „dass da noch mehr geht“, die ahnen, dass das nicht alles gewesen sein kann, sind auf der Suche. In einer Urlaubs-Situation auf
Sylt erhoffen sie, dem Thema Traumberuf, Talent und Berufung einmal nachgehen zu können, am Meer geht das gut. Hier kann man auch seinen Frust in den Wind schreien oder ein Klagelied am Watt
singen. Während einer Suppe „bei dem Morell“ lässt sich über das Thema doch gut plaudern. „Der tickt anders, dem geht’s wohl gut“ Sie docken sich gerne an, einige finden in ihrem gewohnten Umfeld
keinen mehr, der sich über solche Themen tiefer austauschen mag. Kein Wunder, diese sind angstbesetzt. Und Du als Role Model Selbstständiger löst Dich, wirst zur Projektionsfläche. Du bist einer,
der Wirkmacht entfaltet, der sich aufmacht. Das ist brandgefährlich. Sie wissen genau, sie bleiben dabei zurück. Und das ist kein schönes Gefühl. Vielleicht hat man sein Leben garnicht oder
falsch gelebt?
Einige Freie haben in diesem Stadium längst diverse Berufungs-Literatur durchgearbeitet, nahmen an Berufungs-Online-Seminaren teil, sind aktiv in Berufungs-Gruppen, die von Berufungs-Coaches
moderiert werden. Hier eint die Vorstellung, erst müsse man die Berufungs-Frage für sich klären, erst dann ginge es weiter. Erst nach Abklärung sei die Bahn frei und die Energie da, sich
aufzumachen. Ein Side-Step, ein Ausbrechen auf die falsche Bahn, das Setzen aufs falsche (tote?) Pferd, das will man nicht mehr, bedeutet es doch wieder Zeit- und Energieverschwendung. Beides
soll vermieden werden, denn: Life is short und es gibt viel zu tun. Welch Stress! Wieviel Frustration wird über diese Gedanken generiert? Da kommt die alles entscheidende Frage doch zur rechten
Zeit. Sie poppt auf in einer hellen Sekunde, wo sich der Raum ausdehnt. Am Meer, unter der Dusche, bei einer nächtlichen Autobahnfahrt. Sie lautet:
Was will ich wirklich, wirklich, wirklich – und wofür? Für viele eine unerhörte, vielleicht aber doch auch Erlösung versprechende Frage.
Ich bin mir heute ganz sicher: Es geht nicht darum, meine Berufung zu finden. Ich lebe meine Berufung mehr und mehr. Bedeutet für mich: Berufung hin zu MIR, zu meinem Leben. Ich fühle mich
berufen, meine Antwort zu geben auf die Frage, die mir das Leben stellt. Ich bin die Antwort. Diese darf verschiedene Formen annehmen. Deshalb ist die Frage „Ist dies nun mein Job, ist es das,
was ich machen soll? Das, was besser ist als das, was ich vorher tat? Ist es das nun?“ überhaupt nicht hilfreich. Es tut sich immer wieder eine neue Tür auf. Hier darf ich schauen, was sich noch
auftut, welche Aspekte meiner Persönlichkeit hier zum Tragen kommen, was sich nochmals entfalten darf: Kinobetreiber sein, Seminarhaus-Betreiber an der Schlei, Bio-Feinkostgeschäft-Besitzer in
Hamburg, Strandkorbvermieter, Bioeis-Verkäufer, Kaffee-Barista, Riesen-Seifenblasen-Bereiter und und und … Ich habe vor Jahren proklamiert: Ich folge der Freude. Heisst: Ich mache immer mehr von
dem, was Freude macht, was Freude verspricht. Und das hat Folgen. Es sortiert sich sehr schnell aus, Vieles fällt weg und freudlose Baustellen werden geschlossen. „Ich folge der Freude“ ist
offenbar auch eine Provokation. Ich merke es an den Reaktionen. Bezeichnend ist diese „Herr Morell, das Leben ist kein Ponyhof“ Kann man so sehen – muss man aber nicht.
Es geht offenbar darum, damit umgehen zu lernen, dass man nur EINS ist, dabei eben vielfarbig. Der „Beruf“ ist unwichtig. Ich bin Viele, so viele Aspekte wollen gelebt werden. Was sich beruflich
zeigt und als sicher sich ausgibt, als etwas „Erreichtes“, das entpuppt sich – betrachtet auf einem Spielfeld – doch nur als weitere Fassette meines Innersten. Diese als solche zu würdigen und
einzuordnen ist dann ein Schritt. Das Aussen signalisiert dann oft, man habe es doch noch nicht getroffen. Und das hört man dann oft von Menschen, die dieses Abenteuer nicht leben, die sich nicht
auf dem Spielfeld befinden, sich in ihrer Komfortzone nochmal warm eingerichtet haben und sich von dort aus um einen sorgen. Sie projizieren ihre Angst und Verunsicherung auf die „Spielenden“,
auf die Forschergeister. Sie sind eben noch nicht ins Abenteuerland aufgebrochen. Sie trauen Impulsen nicht, tun sie ab, werten solche ab. Sie können zur Zeit nicht anders. Man kann es ihnen
nicht verdenken. Sie sind an einer anderen Stelle ihrer Entwicklung.
„Mittlerweile heisse ich Impulse willkommen, die Wind ins „Business“ bringen. Manche verunsichern, auf andere springe ich in Begeisterung sofort auf. Das Umfeld reagiert oft irritiert. „Soll er
doch erstmal dabei bleiben. Immer wieder was Neues“ oder „Naja, der macht wenigstens was, der ist nicht so verrostet wie Du, Hans-Jürgen“. Manchmal taucht dann bei mir phasenweise Verunsicherung
und Frustration auf, dass ich mich selbst nicht in einer Schublade stecken mag oder auch kann. Muss ich? Sehr oft gehört habe ich: „Sie können so viel, Sie packen so viel an. Was können Sie
eigentlich richtig, also professionell? Dann beobachte ich, was in mir da innerlich mitschwingt. Ich genieße den Moment, bevor ich auch nur ansetze, darauf zu antworten. Manchmal frage ich dann
nur freundlich nach. Vielleicht ist die einfachste Gleichung Berufung=Talent, das sich so zeigt, so auftut, wie es natürlich angelegt ist. Eine Ansage mit Ruf. Und wir machen einen solchen Wind
darum"